Land & Leute

Geografie 
LageDie Inseln der Philippinen erstrecken sich vom 5. bis zum 21. Grad nördlicher Breite und vom 117. - 125. Grad östlicher Länge. Der Staat liegt im westlichen Pazifischen Ozean und gehört zu Südostasien. Im Norden wird das Archipel durch die Luzonstraße von Taiwan (Republik China) getrennt, im Westen durch das Südchinesische Meer von Vietnam, im Südwesten durch die Sulusee von Borneo (Malaysia), im Süden durch die Celebessee von Indonesien und im Osten bildet die Philippinensee den Übergang zum Pazifischen Ozean. Insgesamt umfassen die Philippinen eine Fläche von ungefähr 300.000 Quadratkilometer, wobei 298.170 Quadratkilometer Landfläche und lediglich 1830 Quadratkilometer Wasserfläche sind. Die totale Küstenlänge umfasst 36.290 Kilometer.  
KlimaDas Klima der Philippinen wird durch das Meer geprägt und gilt als tropisch bis subtropisch mit Trocken- und Regenzeiten. Auf den Spitzen der Gebirge kann es durchaus auch zu Schneefall kommen. Die Philippinen werden in vier verschiedene Klimatypen.
Flora & FaunaDie Philippinen werden zur Indo-Malaiischen-Philippinen Biogeosphärenzone gezählt. Vor circa 175.000 Jahren war der Meeresspiegel so niedrig, dass eine durchgehende Landbrücke mit den umliegenden Regionen Asiens bestand. Diese wurde von Tieren und Menschen genutzt. Der Wiederanstieg des Meeresspiegels brachte die Isolation mit sich und die Entwicklung einer vielfältigen Tier- und Pflanzenwelt. Neben der Ähnlichkeit zur indonesischen Tierwelt hat sich eine Vielzahl von endemischen Tieren im Laufe der Zeit entwickelt. Insgesamt gibt es über 5000 verschiedene Tierarten und unzählige Insektenarten. Auf den Philippinen gibt es die meisten Schmetterlingsarten der Welt. Das einzige Raubtier der Inseln ist das Krokodil. Im küstennahen Meer findet man viele Korallenriffe mit einer weltweit einzigartigen Biodiversität an Fischen, Krustentieren und Weichtieren, was das Archipel zu einem der beliebtesten Tauchparadiese der Erde macht.

Fast alle Inseln sind bis zu einer Höhe von 400 Metern mit einem artenreichen tropischen Regenwald überzogen. In den tiefen Regionen findet man laubabwerfende, bambusreiche Monsunwälder. Oberhalb von 400 Metern wird die Vegitation meist von immergrünen Eichenwäldern dominiert. Die Philippinen verfügen mit über 14.000 verschiedenen Pflanzenarten über das weltweit höchste Aufkommen an unterschiedlichen Arten. Man kann hier alleine 10.000 verschiedene Baum- und Straucharten und 900 Orchideensorten bewundern. Die Einzigartigkeit der Tier- und Pflanzenwelt der Philippinen wird durch eine große Zahl an Naturparks geschützt.

GebirgeDie Inseln der Philippinen sind die Spitzen einer submarinen Gebirgskette an der Grenze der Philippinischen und der Eurasischen Kontinentalplatten. Somit bilden die Inseln einen Teil des Pazifischen Feuerrings und sind von Erdbeben und Vulkanismus geprägt. Derzeit gibt es ungefähr 20 aktive Vulkane. Die zwei aktivsten der letzten Jahre sind der Mount Pinatubo und der Mount Mayon (2400 Meter), der einer der aktivsten Vulkane der Welt ist. Auf Grund seiner perfekten Form gilt er als ein beliebtes Ausflugsziel. Die höchste Erhebung der Philippinen ist der Mount Apo mit knapp 3000 Metern gefolgt vom Dulang-dulang im Kitangebirge. An dritter Stelle steht der Mount Pulag mit etwas mehr als 2900 Metern.
Menschen 
BevölkerungDie Urbevölkerung der Philippinen, die Aeta, gehören zu den ältesten Völkern der Welt. 2012 leben über 100 Millionen Menschen auf den Inseln, 49% davon in den Städten. Noch heute gibt es traditionelle Stämme, die zwar durch Spanier und Muslime beeinflusst wurden, aber heute ein weitgehend autarkes Leben auf abgelegenen Inseln führen. Insgesamt gibt es mehr als 100 dieser Stämme. Unter den christlichen Tieflandbewohnern bildet die größte Gruppe die Tagalen mit 28% der Bevölkerung. Weitere große Gemeinden sind die Cebuanos, Sugboanos und die Ilokanos. Heute setzt sich die Bevölkerung aus Chinesen (10%), Indern (5%), Malaien (10%), Filipinos (40%), Polynesiern (30%) und anderen ethnischen Gruppen (5%) zusammen.
MigrationIm Laufe der Geschichte kam es immer wieder zu großen Einwanderungswellen aus den Nachbarstaaten. Heute bilden die Auslands-Filipinos auch OFW (Oversea Filipino Worker) genannt einen bedeutenden Wirtschaftsfaktor durch die Überweisungen in das Heimatland. Schätzungsweise 8 Millionen Filipinos arbeiten derzeit ständig im Ausland.  
SprachenInsgesamt gibt es auf den Philippinen beinahe 200 Sprachen, die fast alle der Sprachgruppe der austroneischen Sprachen angehören. Spanisch war mehr als drei Jahrhunderte die erste Nationalsprache. Nach der amerikanischen Besetzung wurde spanisch zu Gunsten des Englischen zurückgedrängt. In der Verfassung von 1935 wird Englisch neben Spanisch als offizielle Landessprache aufgeführt. Ab 1961 ist Filipino (Tagalog) als Nationalsprache anerkannt. Die aktuelle Verfassung legt Englisch und Filipino als offizielle Landessprachen fest. Insgesamt gibt es heute zwei offizielle, zehn Haupt- und acht halboffizielle Sprachen.  
ReligionDie ursprünglichen Religionen werden noch heute von vielen indigen Stämmen gepflegt. Natürlich sind im Laufe der Zeit Vermischungen mit dem Christentum und dem Islam entstanden.  80% der Bevölkerung praktiziert ihren Glauben aktiv im Alltag. Der Buddhismus ist seit dem 13. Jahrhundert verbreitet und wurde mit chinesischen Händlern und Kaufleuten auf die Inseln gebracht. In der vorspanischen Zeit war er vorwiegend auf Luzón verbreitet. Der Hinduismus wurde vereinzelt im 14. und 15. Jahrhundert von indonesischen Händlern eingeführt, fasste aber nur im Süden von Midanos und den Sulu-Inseln Fuß. Vom 14. bis zum 16. Jahrhundert verbreitete sich der Islam fast auf den gesamten Philippinen. Heute ist er nur noch in Mindanao verbreitet. Mit der spanischen Kolonialisierung erhielt die katholische Kirche großen Einfluss auf Politik und Gesellschaft. Heute gehört die Mehrheit (80%) der Bevölkerung dem katholischen Glauben an.
Regierung 
Offizieller NameRepublik der Philippinen
StatusDie Philippinen sind seit dem 11. Februar 1987 eine Präsidialrepublik mit dem Staatspräsidenten als Oberhaupt.
Politische InstitutionenNeben dem Staatspräsidenten gibt es das Repräsentantenhaus (House of Representatives) mit einer Legislaturperiode von 3 Jahren und den Senat, ebenfalls mit einer Amtszeit von 3 Jahren. Die Philippinen sind insgesamt in 81 Provinzen aufgeteilt, die wiederum in 17 Bezirke zusammengefasst werden. Jede Provinz wird von einem gewählten Gouverneur regiert und verfügt über eine Exekutive, den Gouverneur mit einer Amtszeit von 3 Jahren und eine Legislative, den Provinzrat mit dem Vizegouverneur.
StaatsoberhauptAm 30.06.2010 ist in Direktwahl Benigno Aquino III. zum Präsidenten der Philippinen gewählt worden. Die Amtszeit beträgt 6 Jahre. Der Präsident verfügt über weitreichende exekutive Befugnisse und beruft das Kabinett ein.
RegierungschefDer Staatspräsident gilt als Regierungschef.  
HymneDie Nationalhymne der Philippinen ist Lupang Hinirang, zu deutsch Auserwähltes Land. Sie wurde 1898 von Julian Felipe komponiert. Den spanischen Urtext schrieb José Palma 1899. Erst 1956 entstand die überarbeitete Version Lupang Hinirang auf Anordnung des Präsidenten Ramon Magsaysay. 1998 wurde dies als einzige offizielle Version bestätigt.
Wirtschaft 
WirtschaftszweigeDie Philippinen gehören zu den ärmeren Länder der Welt. Es besteht ein enormer Gegensatz zwischen einer kleinen, reichen Oberschicht und der breiten,  armen Bevölkerungsmehrheit. 2006 lagen über 30% der Bevölkerung unter der Armutsgrenze. Das Einkommen unterliegt einem Nord-Süd-Gefälle.

 

Die Wirtschaft unterteilt sich in drei Sektoren. 52% bilden Dienstleistungen, 28% Industrie und 20% Landwirtschaft. Die Philippinen verfügen über zahlreiche Bodenschätze wie Petroleum, Nickel, Kobalt, Silber, Gold, Salz, Kupfer und Bauholz. Die Hauptexportgüter sind Elektronische Maschinen, Bekleidung, Nahrung, besonders Mangos und Fische und lebende Tiere, Chemikalien, Holz-Produkte, Pharmaka und Petroleum. Die wichtigsten Handelspartner der Philippinen sind die USA, Japan und die Volksrepublik China.

TourismusDer Tourismus stellt eine der wichtigsten Einnahmequellen der Philippinen dar. 2009 besuchten insgesamt knapp 3 Millionen Reisende die Inseln. Meist kommen die Besucher aus Japan, Korea und den USA, aber die Zahl der europäischen Besucher wächst.
Pro-Kopf-EinkommenDas Bruttosozialprodukt nach Stand 2012 liegt bei US$ 1790 pro Person.